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Über Jerry ThomasJeremiah „Jerry“ P. Thomas (ca. 1830 – 1885) gilt vielen als der Urvater der US-amerikanischen Mixologie. Schon in jungen Jahren soll er als Barkeeper gearbeitet haben, bis ihn irgendwann die Abenteuer- und Reiselust packte, er als Seemann anheuerte, dem Ruf des Goldes folgte und als Goldgräber in Kalifornien sein Glück versuchte. Besonders erfolgreich scheint er damit nicht gewesen zu sein, denn schon kurz nach seiner Ankunft sah er sich erneut gezwungen, seinen Lebensunterhalt als Barkeeper und Unterhaltungskünstler zu verdienen. 1851 kehrte er nach New York zurück, um im Alter von gerade einmal 21 Jahren seine erste eigene Bar unterhalb des Barnum’s American Museum zu eröffnen. Danach erlag er erneut der Reiselust, arbeitete als Barchef und Manager in Hotels und Saloons überall in den USA und unternahm eine längere Reise durch Europa, um sich mit der Trinkkultur des alten Kontinents vertraut zu machen.Jerry Thomas war bekannt für seine Selbstdarstellung und seine ausgeklügelte Art Cocktails zu mixen, was ihm den Beinamen „Der Professor“ einbrachte und schließlich dafür sorgte, dass er sich unter den berühmtesten Persönlichkeiten von New York City wiederfand und sogar im ganzen Land bekannt wurde. Er galt als extrovertierter Entertainer, der gerne auffälligen Schmuck trug und seine Gäste mit Showeinlagen, Zaubertricks und dem Jonglieren von Flaschen unterhielt. Mutmaßlich während seiner Zeit in San Francisco entstand der „Blue Blazer“, der bald zu seinem Signature Drink avancierte. Außerdem war Thomas leidenschaftlicher Kunstsammler, sodass seine zweite, zwischen 1866 und 1869 eröffnete Bar am Broadway, einer Mischung aus Bar, Kunstgalerie und Kuriositätenkabinett glich.In den 1880er Jahren verspekulierte sich Jerry Thomas an der New Yorker Börse und stand dadurch am Rande des finanziellen Ruins. Um zu überleben sah er sich gezwungen, seine Bar am Broadway zu schließen und den Großteil seiner zum Teil wertvollen Kunstsammlung zu veräußern. Danach versuchte er mehrmals vergeblich, wieder auf die Füße zu kommen und wagte sich an diverse Neueröffnungen. Mit Mitte fünfzig starb Jerry Thomas plötzlich und unerwartet, woraufhin landesweit in den Zeitungen Nachrufe auf den schillernden und beliebten New Yorker Barkeeper erschienen.Jerry Thomas' ErbeIm Jahr 1862 beendete Jerry Thomas die Arbeit an seinem Werk “How to Mix Drinks, or The Bon Vivant’s Companion”, das mutmaßlich erste Buch dieser Art, das jemals in den USA veröffentlicht wurde. Es beinhaltete eine Sammlung traditioneller Rezepturen aus den Vereinigten Staaten und Europa wie auch einige seiner eigenen Kreationen. Das Buch wurde in den kommenden Jahren mehrfach von ihm überarbeitet und neu aufgelegt. Die letzte Ausgabe erschien 1887 zwei Jahre nach Jerry Thomas‘ Tod. Das Werk löste eine wahre Welle an ähnlichen Veröffentlichungen aus, die zum großen Teil deutlich von Thomas‘ Buch beeinflusst waren und in einigen Fällen sogar ganze Passagen fast wortwörtlich übernahmen. Erst während der Prohibition in den USA (1919 – 1933) gerieten Jerry Thomas und dessen Lebenswerk allmählich in Vergessenheit, und es sollte noch bis in die 1980er Jahre hinein dauern, bis es von einem anderen berühmten New Yorker Barkeeper, Dale DeGroff, wiederentdeckt wurde. Seither erscheinen immer wieder Faksimile-Neuauflagen oder moderne Adaptionen.Über die vorliegende AusgabeOriginalausgaben dieses beachtlichen Werkes, das gerne auch als „Bibel der Barkeeper“ bezeichnet wird, sind naturgemäß selten und kostspielig. Oftmals wurden für Neuauflagen lediglich alte Ausgaben kopiert, worunter die Qualität sichtbar zu leiden hatte: einzelne Seiten wurden schief eingescannt, ganze Passagen sind nur schlecht oder gar nicht lesbar. Mit dieser Neuauflage der letzten Ausgabe von 1887 erhält Jerry Thomas' Buch nun endlich ein neues, ordentliches Gewand, das sich eng an der Originalausgabe orientiert. Read more

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